NEWS von Freitag, 23.10.2026
Der MTZV informiert
Treffen der Rennvereine in Gelsenkirchen
Die Entscheidungsträger der deutschen Trabrennvereine haben sich am Wochenende zu einer zweitägigen Arbeitstagung auf der Trabrennbahn Gelsenkirchen getroffen. Auf Einladung des Gelsentrab-Präsidenten Uwe Küster besprachen die sieben ganzjährig veranstaltenden Rennvereine unterschiedliche Themenbereiche.
Neben einem Situationsbericht und einer Jahreszwischenbilanz aller Rennvereine informierten die Repräsentanten der Rennvereine Hamburg und Mönchengladbach über die aktuellen Standortdiskussionen. Während sich in den vergangenen Tagen in Hamburg ein großes Tor zu einer Doppelrennbahn in Hamburg-Horn geöffnet hat, hängt die Zukunft der Rennbahn Mönchengladbach am seidenen Faden. Die Stadt Mönchengladbach und das Land Nordrhein-Westfalen überplanen das Gelände der ältesten Trabrennbahn Deutschlands mit einem Industriegebiet in der Nachbarschaft des dortigen Flughafens. Alle Rennveranstalter betonten, dass jede Rennbahn, die geschlossen würde, auch den Besitzer-, Züchter- und Aktivenstamm in der jeweiligen Region minimiert. Vor diesem Hintergrund dürften es sich Stadt und Land nicht zu einfach machen, die Rennbahn einfach zu überbauen, ohne den am Trabrennsport Beteiligten Alternativen aufzuzeigen und diese auch finanziell zu hinterlegen.
Aber auch die weiteren Rennveranstalter skizzierten ihre aktuellen Herausforderungen. Insbesondere die gestiegenen Betriebskosten der Rennbahnen, etwa im Energiebereich, und die immer schwierigere Personalsituation, gerade im Gastronomiebereich, bringen die Veranstalter an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Hinzu komme der Investitionsstau auf allen Anlagen. Auf allen Bahnen sei es oftmals nur dem engagierten und erfahrenen Personal zu verdanken, dass Renntage einwandfrei abgewickelt werden können.
Vor dem Hintergrund der in Kürze anstehenden Terminplanung für das kommende Rennjahr diskutierten die Rennvereine auch Alternativen zu Nachmittagsrenntagen während der immer häufiger auftretenden Hitzeperioden. Statt kurzfristiger temperaturbedingter Verschiebungen wird überlegt, grundsätzlich den Sonntagnachmittag in den Sommermonaten nicht regelmäßig mit Rennveranstaltungen zu belegen und stattdessen auf Abendtermine am Wochenende auszuweichen. Zwar liegen die endgültigen PMU-Renntermine für die deutschen Rennveranstalter für das kommende Jahr noch nicht vor, aber HVT-Präsident Peter Weihermüller konnte zumindest schon ankündigen, dass die Anzahl der Renntage und Rennen sowie die Höhe der ausgeschütteten PMU-Rennpreise mit denen des Jahres 2026 vergleichbar sein werden.
In enger Abstimmung mit dem HVT werde man sich auch den aktuell diskutierten Tierschutzfragen rund um Zungenbänder, ziehbare Ohrenkapuzen und weitere Ausrüstungsgegenstände widmen. Man wolle ein für alle deutschen Trabrennbahnen einheitliches Reglement. Die Rennveranstalter diskutierten auch aktuelle Rennordnungsänderungen wie die Einführung von Mindestgewinnsummen bei Amateurfahren und Trabreiten sowie eine mögliche Abschaffung von Wiederqualifikationen und Probeläufen.
Abgerundet wurde die Tagung durch die Teilnahme am Gelsenkirchener Renntag rund um das Finale des Dreijährigenkriteriums.


