NEWS von Montag, 31.08.2026
Nachschau: Sonntag 30.08.2026
Paukenschlag durch Marions Gordon
Frauen im Trabrennsport sind seit vielen Jahren eine Bank und spätestens seit die Schwedin Helen Johansson den Traber-Olymp erklomm und mit Ina Scot den Prix d’Amérique gewann, sind die Damen im Sport gut angesehen. Eine Lücke auf der Landkarte der weiblichen Siege in großen Rennen schloss sich am gestrigen Nachmittag in Daglfing. Im Hacker-Pschorr-Bayern-Pokal konnte bislang noch nie eine Frau den Sieger steuern, was Marion Dinzinger mit einem sensationellen Sieg änderte. Mit dem zehnjährigen Franzosen Gordon Mijack, Gewinner von rund 350.000 EUR, gelang der Amazone, die auch Besitzerin und Trainerin des Wallachs ist, ein nicht erwarteter Triumph, und das mit einer Fahrt, die als sehr abgebrüht gelten kann.
Mit doppelter Zulage, ebenso wie der Toto-Favorit Charmy Charly AS (M. Nimczyk), ins Rennen gegangen, wartete Dinzinger mit dem aus dem französischen Rennsport gestählten Wallach im Rücken des Favoriten lange auf ihre Chance. Vorne hatte vom Start weg der holländische Gast Olize JB Boko (J. Veldman) für das Tempo gesorgt und einen Angriff von Navajo MH in der Schlussrunde erfolgreich abgewehrt. So brachte der Niederländer das Feld als deutlich Führender in den Einlauf. Dann verließen den gewinnärmsten Kandidaten im Feld allerdings ein wenig die Kräfte, die sich Gordon Mijack den ganzen Weg über gespart hatte. Aus dem Rücken von Charmy Charly AS wagte Dinzinger ganz außen den Angriff, holte auf den letzten 200 m gute 25 m auf den Führenden auf und holte sich so als 31,0:1-Außenseiter den Sieg in Daglfings wichtigster Prüfung des Jahres vor Olize JB Boko und Charmy Charly AS, der mit seinem Schlussangriff zwar noch viel Boden gutmachte, aber nicht ganz den Endspeed des Siegers erreichte.

Eine überglückliche Marion Dinzinger berichtete im Winner Circle vom bislang größten Sieg ihrer Karriere, den sie als Amateurin mit dem Franzosen erringen konnte. Jedenfalls sorgte der Überraschungssieger für eine nicht getroffene V6-Wette, womit demnächst ein Jackpot in Höhe von 5.959 EUR zur Ausspielung kommt.

Blizzard Diamant macht seinem Namen alle Ehre
Ein Schneesturm bei sommerlichen Temperaturen ist physikalisch nicht möglich, aber wenn ein Pferd mit dem Namen Blizzard Diamant so souverän agiert, wie es der Diamant im 4-jährigen TCT tat, so kann man zumindest im übertragenen Sinne von einem Sturm über Daglfing sprechen. Gleich nach dem Start mit seinem Fahrer Jim Veldman an die Spitze gezogen, ließ der hochklassige Hengst den ganzen Weg keinen Gegner in seine Nähe, verabschiedete sich im Schlussbogen von den Gegnern und siegte überlegen gegen Jaccomo (M. Nimczyk) und Red Fire (C. Schwarz). Mit einem Schlusskilometer in 1:11 zeigte der Sieger seine überragende Klasse. Beim Siegerinterview erklärte Züchter und Mitbesitzer Andreas Schwarz, dass man als nächstes die Breeders Crown in Berlin wahrnehmen möchte, um nach einer Pause im kommenden Jahr vor allem in Skandinavien anzugreifen. Man darf gespannt sein, ob der Traum des Elitloppet-Starts für Blizzard Diamant und seine Besitzer in Erfüllung geht. Die Chance dazu besteht auf jeden Fall.

Zoraya und Sir Francis überzeugen bei den 2-jährigen
Einen Start-Ziel-Erfolg sicherte sich im TCT-Zweijährigen-Cup Zoraya (C. Schwarz). Die Stute aus dem Aschheimer Stall Wieserhof holte sich trotz äußerer Nummer sofort das Kommando und hielt die Gegnerinnen leicht in Schach. Am Ende stand ein Sieg in starken 1:16,1 / 1.609 m gegen Silver Girl Boko (D. Tesselaar) und Venus Engelenberg (M. Hauber).

Durch drei Nichtstarter stark dezimiert war das Feld bei den 2-jährigen Hengsten und Wallachen. Dion Tesselaar holte sich im 3er-Feld das Kommando mit Silver Joe vor Sir Francis (J. Veldman) und vor dem Toto-Favoriten Hot Shots S (M. Nimczyk). Eine Runde vor Schluss reagierte Hot Shots S mit einem Fehler und wurde disqualifiziert, sodass der Sieg im Zweikampf der beiden verbliebenen Kandidaten entschieden wurde. Das bessere Ende hatte hier Sir Francis. Der Vertreter des Stalles Sinos siegte in 1:14,8 / 1.609 m und holte sich den Siegerscheck über 5.500 EUR.

Adonis HB und Una sorgen in den Kriterium-Qualifiern für Nimczyk-Doppel
Den Qualifier zum Dreijährigen Kriterium für Hengste und Wallache sicherte sich Adonis HB (M. Nimczyk). Der Maharajah-Sohn aus dem Besitz von Hans Brocker holte sich nach dem Start das Kommando und spulte in der Folge sein Pensum ab. Im Einlauf rückten ihm zwar die Gegner Höwings Fabio (J. Veldman) und der am Start fehlerhafte Roswald Eagle (M. Hauber) sehr nahe, konnten den Sieger aber nicht in Verlegenheit bringen.

Bei den Stuten ging der Sieg an Una (M. Nimczyk), sodass der Goldhelm sich beide Kriterium-Qualifier sichern konnte. Ausgangs des ersten Bogens sicherte sich die Toto-Favoritin das Kommando, ließ in der Gegenseite Miracle of Love (L. Ferro) vorbei, um nach einer Runde wieder das Kommando zu übernehmen. Begleitet von Shenandoah (C. Schwarz) führte Una in den Einlauf und löste sich von den Gegnern. Im Kampf um den Ehrenplatz setzte sich Wanda Maximoff (J. Bergmann) gegen Cassiopeia Diamant (J. Franzl) durch.

Der Rahmen
Seinen ersten Sieg als Profi konnte zum Auftakt des Rennens Tom Karten feiern. Mit der ihm selbst gehörenden Senna übernahm der Neu-Profi sofort das Geschehen. Zwar sah die Attacke von Sephora (C. Schwarz) vielversprechend aus, jedoch reagierte die Stute ausgangs des Schlussbogens mit einem Fehler, sodass die Favoritin nicht mehr in Verlegenheit geriet und überlegen siegreich blieb.
Nach seinem Comeback in Berlin siegte Billy Kimber (P. Platzer) aus den Bändern. Trotz Zulage setzte sich der Wallach vor den Zuschauern an die Spitze, drosselte die Fahrt in der Folge erheblich. D Day AS (R. Geineder) zeigte sich auf den letzten 800 m sehr angriffslustig, kam Billy Kimber an der Spitze gefährlich nahe, aber nicht am Sieger vorbei. Hinter diesen beiden sicherte sich Magnum Stone (Dr. C. Schulz) Rang drei.
Den Sieg im Preis der Tierarztpraxis Fohlenweide sicherte sich zum Auftakt der V6-Wette Carrie B. (L. Franzl), die als Favoritin die Aufgabe souverän löste und Pippa Lobell (C. Schwarz) und Derby Winner (L. Grundhöfer) klar hinter sich ließ.
Im Eduard-Walek-Rennen kam Porsche Boko (J. Veldman) aus zweiter Reihe erst im Schlussbogen auf Touren, dann aber mächtig. So überholte der Wallach auf den letzten Metern La Mirage (A. Geineder) und Neptune Newport (C. Schwarz) und kam noch zum leichten Sieg.
Einen schönen Treffer feierte Dr. C. Schulz im Preis der Elisabeth-Mann-Stiftung mit Lingot d’Or. Der in den Farben ihrer Cousine Steffi laufende Wallach agierte von der Spitze aus sehr stark und ließ den Angriff von Wyanet (S. Hiendlmeier) im Einlauf sicher ins Leere laufen. Dahinter gefiel It's Me mit Julia Wiesner auf Rang drei.
Einen Sieg für Aconcagua (R. Haller) gab es im Peter-Schmaus-Rennen. Aus dem Rücken von Valesco (C. Schwarz) attackierte der Fünfjährige und hatte letztlich die besseren Reserven gegenüber dem Wieserhofer, der nach strammer Eröffnung zum Schluss nicht mehr viel entgegensetzen konnte, aber auch in der Niederlage sehr gut gefiel.
Einen grandiosen Tag erlebte Jim Veldman. Der zweite Mann am Stall von Paul Hagoort feierte nicht nur Siege durch Sir Francis, Blizzard Diamant und Porsche Boko, sondern punktete auch noch mit Ranomi Flevo, womit der junge Niederländer zum erfolgreichsten Fahrer des Tages avancierte und München sicherlich demnächst zu seinen Lieblingsbahnen zählen wird.
Der nächste Renntag in Daglfing steht am Mittwoch, den 16. September, auf dem Programm. Veranstaltungsbeginn ist dann voraussichtlich um 18:30 Uhr.


