NEWS von Montag, 27.04.2020

Der MTZV informiert:
Stellungnahme von Präsidentin Angelika Gramüller

In den vergangenen Tagen wurde im Internet eine Kampagne gegen die Abhaltung von Qualifikationen auf der Trabrennbahn in München-Daglfing losgetreten in der in Teils diffamierender Art und Weise das Tun der Verantwortlichen des MTZV kritisiert wurde. Lange Zeit haben wir diesem Treiben kommentarlos zugesehen um uns nun in qualifizierter Art und Weise zu den erhobenen Anschuldigungen zu äußern.

In den vergangenen Wochen haben sich die deutschen Trabrennvereine auf Initiative des Vermarkters Wettstar wöchentlich zu einer Telefonkonferenz verabredet in denen sich die Beteiligten gegenseitig über den jeweils aktuellen Stand informiert haben. In diesem Kreise war bekannt dass der MTZV Qualifikationen und Probeläufe durchzuführen gedenkt. Auch war der HVT in die Planungen eingebunden und teilte uns durch das geschäftsführende Vorstandsmitglied Heinz Tell im Rahmen einer Telefonkonferenz Anfang April mit, dass das Vorhaben vom HVT ausdrücklich begrüßt würde. Im Rahmen dieser Telefonkonferenz legte der MTZV auch seine Argumentation für die Durchführung dar, die von keinem der Beteiligten kritisiert wurde. Von Geheim kann deshalb keine Rede sein.

In der Folge informierte der Rennverein die bayerischen Aktiven über die Möglichkeit in Daglfing mit Zeitmessung Pferde zu arbeiten. Dies wurde von allen Aktiven begrüßt und es wurden Pferde für die Läufe benannt. Die Menge überstieg dabei das erwartete Maß erheblich, so dass man sich entschied den Termin zu Teilen.

Parallel dazu erarbeiteten der Zucht- und Trabrennverein Straubing vertreten durch seinen Vorsitzenden Josef Schachtner, der Trabrennverein Gelsenkirchen vertreten durch Hans Matthiessen und der MTZV, vertreten durch Sascha Multerer ein Konzept zur Wiederaufnahme der Rennen, das alle Rennvereine aktuell für die Wiedererlangung der Berechtigung zur Durchführung von Zucht- und Leistungsprüfungen verwenden. Das Hygiene- und Sicherheitskonzept legten die Verantwortlichen des MTZV für die Qualifikationen zu Grunde.

Wie so oft in strittigen Situationen, gibt es kein schwarz oder weiß. Vielmehr ist aktuell vieles ein Graubereich, den man nicht klar zuordnen kann. So verhält es sich auch mit der Frage, ob Qualifikationen „Veranstaltung“ oder „Arbeit“ sind. Die Grenzen in diesem Bereich sind fließend und so ist vieles eine Frage der Auslegung und Sichtweise. Die Argumentation des MTZV wurde juristisch geprüft und hält einer rechtlichen Überprüfung jederzeit Stand.

Nach den Drohungen der vergangenen Tage sahen sich die Verantwortlichen allerdings am gestrigen Abend veranlasst, zur Erreichung einer zielführenden Lösung die für Montag geplante Durchführung der angebotenen Qualifikationsprüfungen abzusagen.

Zur Diskussion im Internet sei nun noch auf einige Details hingewiesen:

- Aus dem Tun des MTZV eine Gefährdung für den gesamtdeutschen Pferderennsport abzuleiten, entbehrt jeglicher Grundlage. Gerade der MTZV befindet sich im regen Austausch mit allen anderen Trabrennvereinen und mit den Verantwortlichen von Deutscher Galopp und keiner der Beteiligten konnte eine Gefährdung aus unserem Tun ableiten. Eine „Sippenhaft“ gab es in Deutschland zuletzt im Rahmen der „finsteren Jahre“. Dass der gesamt Sport wegen eines Rennvereins nicht mehr veranstalten können soll, halten wir deshalb für eine maßlose Übertreibung. Wir sollten uns nicht wichtiger machen als wir sind.

- Mit Schrecken haben wir festgestellt, dass Forumsmitglieder nicht einmal vor der Begehung von Straftaten zurückschrecken. So erfüllt die Drohung mit einem empfindlichen Übel zumindest den Tatbestand der Nötigung, und das Verwenden von Daten die fälschlicherweise in den eigenen Besitz gelangt sind, sind nach Datenschutzgesetz nicht dazu geeignet der Öffentlichkeit durch den Nichtberechtigten zugänglich gemacht zu werden. Die beiden Sachverhalte haben wir bereits zur anwaltlichen Prüfung weitergegeben und behalten uns rechtliche Schritte vor.

- Dass Bayerns Pferde und Trainer einen Wettbewerbsvorteil haben ist als Argument nur schwer nachvollziehbar. Pferde aus Bayern starten in erster Linie in Bayern. Gäste aus anderen Regionen in Bayern, sind im vergangenen Jahr genau an weniger als fünf Terminen auf bayerischen Bahnen im Einsatz gewesen, da kein Trainer aus dem Westen, Norden oder Osten den weiten Weg nach München oder Straubing in Kauf nimmt. Wie man durch einfache Qualifikationen die im 20er-Tempo gefahren wurden (Ausnahmen Airborne und Tyrolean Dream) einen Wettbewerbsvorteil haben soll ist nur schwer nachvollziehbar.

- Weshalb ein Rennverein, der sich aktiv an den Bemühungen zur  Wiederaufnahme des Rennbetriebs in Deutschland beteiligt, von vielen Untätigen so massiv angegangen wird, ist komplett unverständlich. Gerne wurde von allen Rennvereinen das Sicherheits- und Hygienekonzept als Ergebnis unserer Arbeit verwendet, das wird allerdings nirgends erwähnt. Der MTZV hat bislang als einziger Rennverein in Deutschland Erfahrungen mit der Durchführung von Rennen ohne Publikum (15.03.) und nun auch mit dem Durchsetzen des Sicherheits- und Hygienekonzepts. Statt vom Wissen des Einzelnen zu profitieren um folgenschwere Fehler zu vermeiden, wird auf den aktiven Verein unsachlich geschimpft. Dies ist in unseren Augen nicht billig.

- Der MTZV war bereit nach der nicht abgesprochenen Verlegung des Derbys den eigenen geschützten Termin am 6. September zur Durchführung der Vorläufe für Mariendorf zu räumen. Des Weiteren dürfen wir auf die Termine im Juni verweisen, wo Daglfing einen Feiertag und einen Sonntag gegen drei Samstage getauscht hat. In beiden Fällen sind wir im Rahmen des kollegialen Miteinanders Vereinen entgegen gekommen. Dies verdient bei den Kritikern nicht einmal eine Erwähnung, obwohl diese in Teilen selbst davon profitieren.

- Schließlich sollten sich alle an der Diskussion Beteiligten noch überlegen, wie die viele Energie die in unsachliche und komplett unproduktive Diskussionen fließt, sinnvoll verwendet werden kann um den Rennsport voran zu bringen. Die meisten Forumsbeiträge erzeugten bei vielen stillen Beobachtern lediglich ein ungläubiges Kopfschütteln.

Der MTZV wird seinem Plan und seinen Vorstellungen weiterhin nachgehen und versuchen so zeitnah wie möglich eine Genehmigung für den Renntag am 5. Mai und die Folgetermine zu erhalten um so das beste Ergebnis für die Aktiven in der Region zu erzielen. Jeder der sich hilfreich an diesem Unternehmen beteiligen will ist herzlich eingeladen. Rein destruktives Verhalten in Form von „geht nicht“, „kann man nicht“ oder Drohungen spornen uns dagegen nur noch mehr an, den Traberstandort Bayern weiter nach vorne zu bringen.

Wir freuen uns auf eine hoffentlich baldige Wiederaufnahme des Rennbetriebs.

Mit den besten Grüßen
Angelika Gramüller
Präsidentin